Dr. Victor Tiberius
News +++ News +++ News +++
Neuer Beitrag: Lernstrategien und -pfade in Netzwerken
Newsmeldung vom 07.10.2009, Kategorie: Eigenes
In der aktuellen Zeitschrift für Management, 4. Jg., Heft 2, ist ein neuer Beitrag von Prof. Dr. Dietrich von der Oelsnitz und mir erschienen.
Die Literatur geht in weiten Teilen davon aus, dass in Unternehmensnetzwerken mit rein kompetitivem und rein kooperativem Lernen nur zwei Lernstrategien existieren. Wir gehen hingegen auch von der Existenz von Hybridformen aus. Weiterhin wird in der Regel unterstellt, eine einmal festgelegte Lernstrategie würde für alle Zeiten beibehalten bleiben. Wir modellieren, dass es sinnvoll und erforderlich ist, zwischen den drei Lernstrategietypen auch situativ zu wechseln.
Im Beitrag diskutieren wir kurz die Bedeutung von einerseits Lernen und andererseits Kooperation und Konkurrenz in Netzwerken, um die beiden Stränge zusammenzuführen. Wir gehen auf die Problematik ein, ob Lernstrategien eher intentional oder eher emergent sind. Diesbezüglich legen wir uns auf einen "restriktiven Indeterminismus" fest, der die gleichzeitige Existenz von Zufall, (inter-)organisationalen Handlungsrestriktionen und Möglichkeiten der voluntaristischen Beeinflussbarkeit von Handlungs- und damit auch von Lernpfaden anerkennt.
Auf dieser Grundlage entwickeln wir auf dem Kontinuum zwischen Konkurrenz und Kooperation eine Typologie von Lernstrategien, die wir als unilateral, äquilateral und relational bezeichnen. Die Operationalisierung dieser Strategien erfolgt anhand der Intentionalität, Rezeptivität, Transparenz und Netzwerkreferenz des Lernens. Während die ersten drei Kriterien bereits in der Literatur besprochen wurden, ergänzen wir mit der Netzwerkreferenz eine wesentliche Dimension, die zwischen dem interorganisationalen Lernen im engen Sinne eines "learning within networks" und dem Netzwerklernen im Sinne eines "learning by networks" unterscheidet.
Der dynamische Lernstrategiefit, also der Wechsel zwischen den genannten Lernstrategietypen, ist situativ bedingt, wofür wir Beispiele nennen. Grundlegend sind zwei Richtungen möglich: Der Wechsel von eher kompetitiven zu einem eher kooperativen Lernverhalten und umgekehrt. Ausgehend vom Idealbild, dass Kooperation in Netzwerken dominieren sollte, bezeichnen wir das erstgenannte als adduktiven und letztgenannten als abduktiven Lernstrategiewechsel.
Weitere Informationen unter http://www.tiberius.de/publikationen/beitraege_in_zeitschriften/oelsnitz_dietrich_von_dertiberius_victor_2009_lernstrategien_und_lernpfade_in_unternehmensnetzwerken/.
Home: www.victor-tiberius.de
Besuchen Sie auch: www.tiberius.de/aktuelles/.
RSS-Newsfeed: Die News können Sie auch abonnieren unter http://www.tiberius.de/aktuelles/news.xml.
CV Victor Tiberius (deutsch) | CV Victor Tiberius (english) | Kontakt | Impressum